Dinah und der Hula Hoop Reifen
Mitte Oktober 2010. Über den Sommer haben Dinah und ich uns oft mit so betiteltem "Blödelkram" beschäftigt. Ich gehöre zu denen, die solche Tricks ganz toll finden - von wegen "blödeln". Alles, womit man sein Pferd beschäftigt, hat einen Sinn und gerade für junge Pferde finde ich diese Möglichkeiten ganz fantastisch. Lernen sie doch mit ihrer Feinmotorik umzugehen und Bewegungsabläufe in die gewünschte Bahnen zu lenken. Und ganz nebenbei fördert diese Art des Trainings für mein Dafürhalten die Entwicklung von Körperbewusstsein und Geschicklichkeit.
Sich selbst erforschen
und sich selbst erkennen -
das ist das erste Studium.
Johann Michael Sailer
Je mehr Synapsen gebildet und untereinander vernetzt werden, desto leichter wird es ihr fallen Lösungsstrategien für verschiedene Aufgabenstellungen zu entwickeln - davon bin ich überzeugt. Wenn es dann noch ganz ohne Zwang und mit viel Spaß und Motivation funktioniert, steht dieser Art von Jungpferde-Beschäftigung meiner Meinung nach nichts im Weg. Und das ist das Wichtigste: Der Spaß an der Sache für beide Seiten. Hier möchte ich euch mal einen kleinen Einblick drüber verschaffen, womit wir uns zuletzt die Zeit vertrieben haben, wenn wir nicht gerade an den Basics arbeiteten. Für eine Teil der Bilder hatte meine Freundin Nadja den Finger am Auslöser. Vielen lieben Dank dafür.
Beine kreuzen Teil I
Begonnen habe ich damals mit leichten Fingerkontakt auf der Schulter. Jede kleinste Regung weg von mir habe ich bestärkt. Mittlerweile zeigt Dinah sehr schöne gekreuzte Schritte weg von mir ohne Körperkontakt. Das Ausharren in gekreuzter Position haben wir noch nicht forciert.
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Beine kreuzen Teil II
Nachdem das Kreuzen weg von mir gut fuktionierte, hab ich begonnen jede Tendenz eines Kreuzens zu mir hin zu bestärken, indem ich einfach einen gekreuzten Schritt zur Seite machte und darauf wartete, dass Dinah mir folgte. Schnell konnten wir daraus einen Kreuzen zu mir hin erarbeiten, ohne, dass ich jemals Druck oder Zug anwenden musste. In den allermeisten Situationen sitzt diese Lektion ;)
Pylone
Die Pylone zählt inzwischen zu Dinah's Lieblingsspielzeug. Ununterbrochen wirft sie den Kegel um, um in gleich wieder aufzustellen. Begonnen habe ich damit, indem ich jeden Kontakt bestärkte. Umschmeißen war kein Problem - das hatte sie gleich intus. Das Aufstellen erforderte schon etwas mehr Geschick von Dinah und vor allem einen konkreten Plan und gutes Timing von mir.
Talente finden Lösungen, Genies entdecken Probleme.
Hans Krailsheimer
Nachdem ich zuerst relativ unklar meine Wünsche formuliert hatte und alles bestärkte, beschränkte ich mich dann darauf jedes Drücken und Schieben zu bestärken - solange, bis irgendwann die Pylone stand. Bananen haben sich als äußerst effektive Beschleuniger herausgestellt. ;)
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Der Hula Hoop Reifen
Dazu existiert bereits ein Bericht hier. Inzwischen führt Dinah den Trick routiniert aus und fast jeder Versuch sitzt. Übers Clickerforum hab ich nun neue Inspirationen bekommen. Wenn wir uns wieder vermehrt den Tricks widmen, wird der Hula Hoop mit Papierstreifen getunt. Für einige Bilder hat mich Patricia unterstützt, indem sie Dinah mit dem Hula Hoop beschäftigt und das Clickern übernommen hat. Danke dafür.
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Apportieren
Auch mit dem Bringen von Dingen haben wir uns auseinandergesetzt. Wieder ganz klein angefangen, ist Dinah inzwischen im Stande einen kleinen Hundeball vom Boden aufzuheben und einem über eine Distanz von wenigen Metern zu mir zu bringen. Sie legt ihn auch schon zuverlässig in einen Kübel, außer dass sie manchmal vergisst den Ball auszulassen. Da muss ich noch mehr am Feinschliff arbeiten, aber im Großen und Ganzen hatte sie bald überzuckert, worum es ging ;) Für die Fotos hat sich Sylvia bereit erklärt mit Dinah zu clickern. Vielen Dank.
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Ringe auffädeln
Als das Apportieren klappte, widmeten wir uns der nächsten Herausfordung: Einen Ring auf die Pylone auffädeln. Wenn ich eine kleine Pylone in der Hand halte, ist es für Dinah kein Problem mehr den Ring treffsicher auf den Kegel zu stülpen. Steht allerdings eine große Pylone am Boden, so gestaltet sich das Ganze schon wesentlich kniffliger. Ihrer stürmischen Art hielt die Pylone anfangs nicht Stand. Inzwischen ist sie schon soweit, dass es ihr immer öfter gelingt den Ring zielgenau ohne großen Radau auf die Pylone zu fädeln, ohne dass sie umfällt. Bis das allerdings zu 100 % sitzt, wird es noch etwas Feintuning bedürfen.
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Jetzt wo die Tage wieder kürzer werden und ich seltener im Stall bin, widmen wir uns wieder vermehrt den Basics, die mindestens genauso viel Spannung und Spaß versprechen wie das Tricktraining. Es ist alles nur eine Frage der Gestaltung.
Wenn wir tun, was wir immer getan haben,
werden wir auch bekommen, was wir immer bekommen haben.
Paul Watzlawick