Am 20.3.2010 ist es soweit. Der lange schon vorbereitete Umzug in einen neuen Stall steht an. Nach einem erfolgreichen Verladetraining 1 Woche zuvor, bei dem Nadsch mir zur Hand ging, kommen Verena, Edgar und Alex mit dem Kleinpferdeanhänger.
Dinah zögert anfangs etwas, lässt sich aber nach 10 min. problemlos in den Hänger clickern. Drinnen angekommen gibts den Jackpot und die Helfer beginnen hinten die Absperrvorrichtung und Rampe zu schließen. Erstmals wird Dinah unruhig, damit haben wir sie überrumpelt. Ich füttere nonstop. Als nun auch noch die Plane oben geschlossen wird, wird sie hellhörig - ich beeile mich sie von beiden Seiten am Strick anzubinden. DER kritische Moment, in dem mir für einen Augenblick das Adrenalin in den Körper schießt. Noch bevor sie Zeit hat, sich großartig aufzuregen, setzt sich das Auto schon in Bewegung und Madame steuert ihrem neuen Zuhause entgegen.
Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet,
ist es zwecklos, sie andernorts zu suchen.
François de la Rochefoucauld
Mein Herz klopft, als ich mich ins Auto schwinge und hinterher fahre. Allmählich legt es sich und nach 30 min. haben wir auch schon das Ziel erreicht. Ich klettere gleich in den Hänger, und geb ihr das Signal zum Zurückgehen. Etwas hektisch kraxelt sie aus dem Hänger und schaut in die Runde. Am Zaun erwarten sie schon neugierig ihre neuen Mitbewohner - aufgefädelt in Reih und Glied wie Perlen auf einer Perlenschnur.
Ich bin überglücklich, dass Dinah gesund im neuen Zuhause angekommen ist und bin irrsinnig stolz auf mein Mädl. Alles ist ganz unkompliziert abgelaufen und sie beginnt gleich das Heu, das im Paddock für sie bereit liegt, zu fressen und erkundet neugierig die Umgebung. Schutzsuchend heftet sie sich gleich an die Fersen von allen Zweibeinern, die an ihr vorbeispazieren.
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Anfangs wollen wir sie im Paddock separieren zum Aklimatisieren, allerdings leidet sie so unter der Einsamkeit, dass wir beschließen, sie gleich nach dem Mittagessen zur neuen Gruppe, die ebenfalls noch nicht in die große Herde integriert ist, zu stellen. Da wird sie gleich mal ordentlich von den anderen in die Schranken gewiesen, aber alles ohne grobe Zwischenfälle. Sie lässt sich auch nicht so leicht unterbuttern und wehrt sich auch schon mal, was ihr aber nur noch bösere Blicke einbringt.
Erste Annäherungsversuche
Dinah's Rufe nach ihrer alten Herden, ihren früheren Spielkameraden bleiben ungehört und so muss sie sich mit der Situation abfinden und knabbert ihr Heu am Heunetz oder stürmt der neuen Herde hinterher.
Abgeschirmt vom Rest der Truppe leidet sie schon, ist sie doch jetzt ganz allein und muss sich erst von Neuem ihren Platz in der Herde ergattern. Klar plagt mich das schlechte Gewissen und hab ich Mitleid mit ihr, wenn ich sie so sehe - allerdings bin ich mir auch sicher, dass sie, sobald sie den ersten Eingewöhnungsstress überstanden hat, ihr neues Zuhause genießen wird. Es stehen ihr Spielkameraden in ihrem Alter zur Verfügung, 24-Stunden-Heuversorgung, ein befestigtes Paddock mit irrsinnig viel Platz und vielen Bewegungsanreizen, riesige Weiden zum Galoppieren und eine tolle Betreuung.
Am Heunetz
Ein gutes Zeichen dafür, dass sie sich durchaus wohl in ihrem neuen Zuhause fühlen wird...
Und selbstverständlich genießt sie den vielen Platz...
Volles Rohr!
Hui! Ich kann auch anders
Die Rufe bleiben unerwiedert
Sowohl Mensch als auch Pferd betrachten das Schauspiel aus der Ferne...
So einschneidend dieses Erlebnis auch für sie sein mag, so wird es uns doch noch näher zueinander bringen, weil sie merkt, dass ich ihr als Konstante in ihrem Leben erhalten bleibe. Und momentan genießt sie die tröstende Zuwendung mehr denn je. Das wird schon werden - kenn ja meine Madame - die lässt sich nicht so leicht unterkriegen...
Das erste mal auf Tuchfühlung mit den Pferden auf der anderen Zaunseite...
Natürlich haben sich alle Helfer und Beteiligten nach dem Essen einen Kaffee verdient...
Vielen Dank nochmal an Verena, Edgar und Alex für ihre Unterstützung und natürlich an meine Dinah, die Mut und Tapferkeit bewiesen hat und mich sehr stolz gemacht hat. Du wirst das schon hinkriegen, Püppchen ;o)